Donnerstag, 5. September 2019
Gastfamilie, erste Tage, Schule etc.
Am Samstag den 31.08.19 um 21:52 Uhr Ortszeit sind wir in Kamloops gelandet. Meine Gastfamilie hat mich vom Flughafen abgeholt und als wir zu Hause waren bin ich sofort schlafen gegangen, weil ich super müde war wegen der Zeitverschiebung. Doch wegen des Jetlags bin ich schon wieder um 6 Uhr aufgewacht… Ja gut.

Meine Familie ist wirklich super! Ich denke hier kann ich mich gut einleben. Sie gucken viel Sport im Fernsehen, was ich auch echt gerne mache. Denn in Kanada laufen die meisten Sportarten im Free-TV für alle zu sehen. Ich habe schon einen kurzen Crash-Kurs in Football Regeln bekommen und kann jetzt so ungefähr sagen was gerade abgeht. Außerdem wird hier viel Eishockey und Baseball geguckt, finde ich super! Shows haben wir auch schon geguckt, wie zum Beispiel vorgestern das Halbfinale von AGT live, was ich noch nie live gesehen habe, sondern immer nur auf YouTube später. Meine Gastmutter kann außerdem super gut kochen. Ich werde auf jeden Fall mit vielen neuen Rezepten zurückkommen!

Am Montag haben wir eine kurze Wanderung auf einen Berg gemacht, von dem man aus auf ganz Kamloops sehen konnte. Echt schön. Blick auf Kamloops

Dann kam mein erster Schultag. In ganz Kamloops sind insgesamt um die 250 internationale Schüler. Auf meiner Schule jedoch nur 6! Das liegt daran, dass die Schule sowieso schon total voll ist. Es sind um genau zu sein 1003 Schüler. Erstmal habe ich den Raum in den ich musste nicht gefunden. Ich musste drei Leute anquatschen um dahin zu gelangen. Dort habe ich dann meinen Stundenplan, eine Karte der Schule und die Stundenzeiten bekommen, das wars. Keine Infos zu wie alles so funktioniert, was man darf und lieber lassen sollte, kein WLAN-Passwort (denn die Schule hat für Schüler ein eigenes WLAN, man darf nämlich sein Handy benutzen) oder sonst was. Also komplett ins kalte Wasser geworfen…

Die Schule sieht aus wie direkt aus einem amerikanischen Highschool Film. Und so fühle ich mich auch dort. Gelbe Schulbusse zur Schule, ein riesiger Football Platz davor und die Sporthalle genau so wie man sich sie vorstellen würde. Außerdem sind überall Sticker und Plakate, die das Schullogo zeigen: „the Vikes“. Der „Schoolspirit“ ist jedenfalls sehr groß. Im ersten Semester habe ich Leadership. Wir organisieren dort Schulevents, die den Spirit stärken sollen oder Sportevents für Groß und Klein. Außerdem müssen wir 20 Stunden „Volunteering“ machen. Das heißt wir müssen 20 Stunden lang irgendwo uns engagieren und mithelfen. Es gibt auf jeden Fall viele Möglichkeiten das zu machen. Zum Beispiel in der Mittagspause oder bei Events, zu denen unser Kurs eingeladen wird, um dort auszuhelfen… Dieser Kurs macht echt Spaß! Ansonsten habe ich noch im ersten Semester Foods, Japanisch und Dance! Nicht wirklich akademisch, diese Kurse kommen im zweiten Halbjahr. In „Foods“ kochen und backen wir, ich freue mich auf jeden Fall auf diesen Kurs, vor allem da ich mit coolen Leuten in einer Gruppe bin. Dance ist auch super, wir werden eine richtige Choreo lernen, auch teilweise unterrichtet von professionellen Tanzlehrern! Diesen Kurs habe ich mit Paula zusammen, die auf meiner Orientation war. Wir verstehen uns richtig gut und verbringen mit den beiden anderen Mädchen, die Internationale Schüler hier sind (eine aus Deutschland, die andere aus Brasilien) immer unsere Pausen. Japanisch ist ganz cool, aber es sind nur jüngere und eher schüchterne Leute dort. Der Kurs an sich macht aber eigentlich Spaß. Wir lernen über die japanische Kultur, Konversation und die Sprache und Schrift. Der Lehrer ist ziemlich cool! Man kann seine Kurse ändern bis nächsten Dienstag. Der einzige Kurs, bei dem ich mir unsicher bin, ist Japanisch, aber ich werde mal gucken.

Der Blick hier ist echt der Hammer. Auf meinem Schulweg fahren wir den Berg, auf dem ich wohne, (von dem man aus sowieso schon einen Mega-Blick hat,) hinunter und haben so eine perfekte Sicht aufs Tal. Von der Schule aus kann man hoch auf die Berge gucken und dabei sein Mittagessen genießen. Einfach nur schön!

Was vermisse ich?
Bisher noch nicht so viel, also zum Beispiel meine Freunde und Familie nicht wirklich, weil ich weiß, dass sie immer nur einen Anruf entfernt sind. Außerdem habe ich schon Zeiten gehabt, indem ich sie länger nicht gesehen habe. Was ich vermisse, ist Leute wirklich richtig zu kennen, zu wissen, dass man morgens an einen Ort geht, an dem man mit Leuten ganz frei reden kann, über alles was man will. In einer festen Gruppe zu sein, einfach das zu haben, was Freundschaft definiert. Natürlich habe ich die anderen Internationalen, aber das ist nicht das Gleiche, weil wir alle versuchen an verschiedenen Punkten Anschluss zu finden. Freunde zu finden. Klar, es sind alle total nett zu einem und reden mit einem über kleine Dinge, aber halt nicht so richtig tief und irgendwie echt. Aber ich bin positiv, dass das noch wird. Außerdem habe ich im schlimmsten Fall noch Paula und die anderen von Do-It. Und natürlich nicht zu vergessen: Meine Gastfamilie!

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