Donnerstag, 26. September 2019
4. Woche (Football-Game, Thrift Shop, Crosscountry)
Am Donnerstag bin ich dann noch mit Paulas Gastfamilie zu Costco, einem Großmarkt gefahren. Aber da wir den Truck von denen genommen haben, den sie nur selten benutzen, ist uns dann auf halber Strecke das Benzin ausgegangen und wir sind liegengeblieben. Und der Service, den sie angerufen hat, um neues Benzin zu bekommen hat anderthalb Stunden gebraucht. Mit einem hungrigen 4-jährigen im Auto. Das war ein Spaß…

Am Freitag war auch hier im kleinen Kamloops eine Fridays for Future Demonstration. Dort bin ich mit Paula hingegangen. Doch ich Berlinerin bin ja riesige Demos gewöhnt, mit bis zu 20.000 Leuten. Das Bild unten zeigt das gesamte Ausmaß der Demo in Kamloops. War aber trotzdem eine Erfahrung. Paula sagt immer, wir müssen alles mitnehmen an Erfahrungen, die wir hier überhaupt nur machen können.
Fridays For Future Kamloops

Samstags war ich wieder mit Paulas Familie unterwegs, diesmal mit vollem Tank. Wir sind runter an den Fluss gefahren und haben da einen kleinen Spaziergang gemacht, wo wir eine wilde Rehfamilie gesehen haben, ein junges und zwei ausgewachsene.
Wilde Reh-Familie

Danach sind wir zum Superstore gefahren (kanadischer Riesen-Supermarkt), wo ich mir die glutenfreie Auswahl angeguckt habe. Und es gab echt viel!! Aber ich werde zum Thema Supermärkte noch einen eigenen Blogeintrag posten.

Am Samstagabend haben wir mit den anderen Internationals ein Footballspiel der „Kamloops Broncos“ gegen irgendwelche Raiders gesehen. Und sie haben ihre Serie an Niederlagen fortgesetzt. Aber die Stimmung war trotzdem super, es wurde zum Beispiel immer auf der Tribüne getrampelt, wenn irgendetwas Gutes passiert ist, oder es wurde laut DEFENCE gerufen. Das Ding war nur, dass viele Internationals die Regeln nicht kannten. Ich kann sie Gott sei Dank wegen meines Gastvaters, der mir diese schon in der ersten Woche, die ich dort war, erklärt hat. Deswegen konnte ich ein paar Leuten aushelfen, damit es für sie nicht nur wie eine riesige Massenschlägerei für nur ein paar Sekunden aussieht, dann eine Minute Pause und wieder alle aufeinander.
Football Game

Eine weitere Sache war, dass ich wohl vergessen habe, dass ich hier in Kanada bin und es ganz schnell arschkalt wird. Tagsüber war es nämlich kurze Hosen Wetter. An dem Abend wurde es aber so kalt, dass man dort in einer fetten Winterjacke und Wollsocken hätte sitzen können. Wir haben uns jedenfalls den Arsch abgefroren.
Alle Kanadier hier haben es anscheinend nicht so mit Kälte: Morgens an der Bushaltestelle bei 12 Grad. Ich in Pulli und meiner momentan dicksten Jacke (ich muss mir dringend wärmere Sachen kaufen gehen, nächste Woche soll es hier nämlich bis zu 2 Grad kalt werden.) Manche Kanadier in T-Shirt und Hose bis zu den Knien. Oder beim Crosscountry Morgen-Training. Vielleicht 9 Grad und alle in komplett kurzer Hose und T-Shirt! Bei dem Football Spiel waren jedenfalls auch ein paar Leute in kurzen Sachen. Ein Mädchen habe ich sogar in kurzem Rock und bauchfreiem Top gesehen!
In Kanada gibt es kein Gesetz, das vorschreibt wann man als Jugendlicher zu Hause sein muss. Da geben die Eltern die Regeln vor. Und meine Eltern sind total entspannt damit, solange ich ihnen immer schreibe wo ich gerade bin und wann ich ungefähr Zuhause sein werde. Nach dem Footballspiel waren wir dann nämlich noch zum Auftauen bei Tim Hortens und haben eine schön warme Heiße Schokolade (aus selbstmitgebrachter Tasse) getrunken. Und es wurde relativ spät, was bei mir ja kein Problem war. Nur eine aus unserer Gruppe hatte ein Missverständnis mit ihrer Gastmutter und das sah nicht so gut aus. Ich habe dann beim Schreiben geholfen, um die Situation nicht zu verschlimmern. Ich bin echt froh mit meiner Gastfamilie, dass sie so entspannt dabei sind.

Am Sonntag war ich mit ein paar Freunden in einem riesigen Thrift Shop. Um meinen Bruder an dieser Stelle mal eifersüchtig zu machen, weil er Thrift Shopping liebt und ich weiß, dass er sich wünscht unbedingt mal in einen riesigen zu gehen. Es gab dort alles. Alle möglichen gebrauchten Klamotten, die man sich nur vorstellen kann. Gebrauchte Schuhe, Geschirr, Küchengeräte etc.

Ich habe die ganze letzte Woche eine „Technology Challenge“ gemacht für meinen Leadership Kurs. Das hieß kein Social Media in irgendeiner Form, Kein Fernsehen, keine Computerspiele oder sowas, und kein Netflix. Das war echt hart, vorallem weil wir ein verlängertes Wochenende hatten und ich teilweise echt nicht wusste was ich machen kann. Aber es ging eigentlich, ich habe einfach viel gelesen, etwas gebacken (was echt ewig gedauert hat, weil ich nichts in dieser Küche gefunden habe!) usw.

Montags hatten wir trotz Schulfrei morgens Cross Country Training. Hier zwei Bilder von unserer normalen Übungsstrecke.
Cross Country Training (2)
Cross Country Training (1)

Am Mittwoch hatte ich dann mein zweites Rennen in Clearwater, anderthalb Stunden von Kamloops entfernt. Mitten im Nirgendwo bei einer einsamen Holzhütte mit einem Kamin. Die Strecke war so schön. Und es war definitiv „Cross Country“: Der Weg matschig, teilweise durch hohes Gestrüpp, über Stock und Stein, einmal über eine Holzplanke, Berg hoch und runter mitten im Wald, teilweise an einem Fluss entlang. Der Weg toppt auf jeden Fall den von letzter Woche, wo wir unten am Fluss entlang sind und einen Blick auf die Berge, von der Abendsonne beschienen, hatten.
Dort sind wir mit einem von den gelben Schulbussen hingefahren. Von außen sehen die ja echt cool aus, aber von innen sind sie wirklich unbequem. Man will definitiv nicht anderthalb Stunden hin und zurück darin verbringen! Ich wurde jedenfalls wieder dritter Platz! :)

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